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Selbstbehandlung mit Nebenwirkung

ImageRezeptfrei heißt nicht ohne Nebenwirkungen. Viele Menschen nehmen nicht verschreibungspflichtige Medikamente relativ sorglos ein und sagen dem Arzt nicht bescheid. Selbstbehandlung mit Medikamenten wird von vielen Menschen angewandt ohne groß über mögliche Folgen durch Neben- oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten nachzudenken.

Wechselwirkungen bei pflanzlichen Mitteln

Wechselwirkungen entstehen zum Beispiel, wenn ein Medikament den Stoffwechsel beschleunigt – wie das beliebte Depressionsmittel Johanniskraut. Wenn Patienten ihrem Arzt die Einnahme nicht mitteilen kann das Folgen haben. So kommen bei beschleunigten Stoffwechsel geringere Mengen anderer Arzneimittel an ihrem Bestimmungsort an. So beeinflusst Johanniskraut etwa die Wirkung anderer Depressionsmittel, Beruhigungsmittel oder auch der Pille. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollten also nicht unterschätzt werden – und auch pflanzliche Medikamente können Nebeneffekte haben, die ganze Therapien gefährden können.

Schmerzmittel nicht unbedarft einnehmen

Auch bei Schmerzmitteln, die von vielen Menschen schnell mal bei Kopfschmerzen eingenommen werden kann es zu Nebenwirkungen kommen. So kann eine Einnahme über mehrere Tage zu Kopfschmerzen führen. Zudem sind Schmerzmittel wie Aspirin zugleich gerinnungshemmend. So kann noch Tage nach der Einnahme das Blut verdünnt sein. Gefährlich kann dies etwa bei Operationen oder Zahnbehandlungen werden, da unerwünschte Blutungen auftreten können. Man sollte die Einnahme von blutverdünnenden Schmerzmitteln in jedem Fall dem behandelnden Arzt mitteilen.

Lesen des Beipackzettels ist Pflicht

Vor allem ist es lohnenswert sich den Beipackzettel genau durchzulesen. Dort werden alle Nebenwirkungen und Wechselwirkungen ausführlich aufgelistet. So kann man schon im Vorfeld dafür sorgen bestimmte Risiken zu vermeiden. Bei starken Beschwerden sollte man unverzüglich zum Arzt gehen und keine Selbstmedikation versuchen. Gleiches gilt wenn leichtere Beschwerden über mehrere Tage hinweg auftreten und nicht nachlassen. Und beim Arzt sollte man unbedingt alle rezeptfreien und rezeptpfichtigen Medikamente die man einnimmt, angeben.

Sucht

Suchtpotenzial steckt auch in harmlosen Mitteln, die falsch angewendet werden. Verschiedenen Mittel gegen verstopfte Nasen können etwa die Nasenschleimhaut schädigen. Die anschließende Schwellung wird meist wieder mit Medikamenten behandelt – so kann draus ein Teufelskreis entstehen. Ebenso sollte man die Gefahr verschleppter Krankheiten nicht unterschätzen. Mal schnell ein Mittel gegen Husten nehmen hilft nicht immer und so kann daraus ein behandlungsbedürftiges Lungenleiden werden.

Um Medikamente richtig einzusetzen, sollte man sich im Zweifelsfall immer beim Arzt oder in der Apotheke beraten lassen. Hier wird über Neben- und Wechselwirkungen ausführlich aufgeklärt, um falsche Medikation zu vermeiden.

 Autor: Tobias Röver

 

 

 

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