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Ärztemangel nur aufgrund ungleicher regionaler Verteilung

Arzt bei der ArbeitEntgegen aller Vermutungen und diverser Medienberichten, gibt es in Deutschland nicht zu wenig Ärzte, sondern, laut dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO), vergleichsweise eher zu viele. Der Ärzteatlas 2011 des WIdO, welcher die vertragsärztliche Versorgung in Deutschland genau dokumentiert, zeigt auf, dass die Problematik nicht in der Anzahl der Ärzte, sondern in der ungleichen Verteilung liegt. Dabei stehen städtische Metropolen mit einem hohen Ärzteaufkommen, wie München, unterversorgten eher ländlichen Regionen gegenüber.

Insgesamt gibt es, wie anhand des Ärzteatlas zu erkennen ist, ein Drittel mehr berufstätige Ärzte als Anfang der 90er-Jahre. Die Zahl der in Deutschland praktizierenden Ärzte steigt jedes Jahr an. So wurde 2010 ein neuer Höchststand bei der Arztdichte erreicht: 397 Ärzte je 100.00 Einwohner. Die Zahl der Arztniederlassungen wird bundesweit um 26 Prozent übertroffen. Diese Starke Überversorgung zeigt sich über alle Arztgruppen hinweg. Bei den Fachärzten ist sie jedoch besonders stark ausgeprägt. Seit 2006 hat zudem die Zahl der überversorgten Städte zugenommen. Von einem grundsätzlichen Ärztemangel kann somit nicht die Rede sein.

Auch im vieldiskutierten hausärztlichen Bereich liegen 312 der 395 durch den Ärzteatlas dargestellten Planungsbereiche über dem Soll des Versorgungsgrades und somit über 100 Prozent. Vor allem in diesem Bereich werden jedoch die regionalen Unterschiede deutlich. Bei den Hausärzten stehen Regionen mit drohender Unterversorgung im starken Kontrast zu Regionen mit massiver Überversorgung. Vor allem Städte, wie Starnberg, Freiburg und München scheinen für Ärzte attraktiv zu sein. Sie weisen bundesweit die höchste Versorgungsdichte auf. 

Im Kontrast zu den Regionen, in denen der Patient mit einem massiven Ärzteangebot konfrontiert ist und somit sprichwörtlich die Qual der Wahl hat, liegt der Versorgungsgrad in 19 Städten zwischen 75 und 90 Prozent. Diese Gegenden, von denen acht in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt liegen, sind damit von einer Unterversorgung bedroht. In Sachsen-Anhalt befindet sich auch mit 65 Prozent die einzige aktuell unterversorgte Region, der Saalkreis. In anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Hessen liegen die Hausarztzahlen durchgängig über dem Sollwert. Die ärztliche Versorgung in Deutschland ist, wie man an den Zahlen erkennen kann, nicht durch einen generellen Mangel gekennzeichnet, sondern durch ein Verteilungsproblem.   

Der Ärzteatlas legt die Versorgungsangebote der Vertragsärzte umfassend offen und leistet damit einen wichtigen Beitrag, um gezielt Maßnahmen gegen die Unter- und Überversorgung beziehungsweise das Verteilungsproblem entwickeln zu können. 

Angaben zur WIdO-Publikation:

Joachim Klose, Isabel Rehbein (Hrsg.): Ärzteatlas 2011 – Daten zur Versorgungsdichte von Vertragsärzten, Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), Berlin 2011.

 

 
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 03:34    18.11.2017